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Abstillen – Tipps, Tricks und meine Erfahrungen

Janina teilt mit euch ihre Erfahrungen zum Thema Abstillen und hat ein paar Tipps und Tricks zusammengetragen.


Würde mich jemand nach der körperlich und emotional aufreibendsten Zeit meines Lebens fragen, kämen die Tage und Wochen des Abstillens definitiv auf die Favoritenliste, denn ich sage euch – das war kein Spaß! Was jetzt folgt sind allerdings nur meine ganz persönlichen Erfahrungen, das heißt – zum Glück – nicht, dass es bei euch auch so laufen muss. Ich hoffe dennoch, ich kann euch mit meinen Tipps, die ich sowohl von meiner Hebamme und meinem Frauenarzt, als auch selbst recherchiert aus dem Internet habe, etwas helfen.

Warum ich mich gezwungen sah abzustillen habe ich in meiner Stillgeschichte erzählt, welche ihr hier nachlesen könnt.

Grundsätzlich funktioniert sanftes Abstillen natürlich einfach dadurch, die Still- (oder in meinem Fall Abpump-) abstände langsam zu vergrößern und so die Brust mit der Zeit die Milchproduktion zurückfahren zu lassen. Wichtig ist, sich hierbei viel Zeit zu lassen, da es sonst schnell zum Milchstau oder sogar einer Brustentzündung kommen kann. Wer den Prozess aber zusätzlich unterstützen möchte, oder z.B. aus medizinischen Gründen relativ zeitnah abstillen muss, probiert einfach folgende Tipps aus:

#1 Tee

Hier wurden mir vor allem Salbei- und Pfefferminztee ans Herz gelegt und zwar unter dem Motto: Viel hilft viel! Also direkt eine ganze Kanne gekocht und rein damit. Wirkt bei manchen wahre Wunder!

Wenn mal keine Zeit fürs Teekochen war, hab ich übrigens auf Salbeibonbons zurückgegriffen.

 

 

#2 Enger BH

Hier empfahl mir meine Hebamme einen eng sitzenden BH und bei Bedarf zusätzlich noch das Abwickeln der Brüste mit Mullbinden. Beides sollte die Durchblutung und somit auch die Milchproduktion mindern.

#3 Homöopathische Mittel

Hier möchte ich keine genauen Dosierungen oder Einnahmeempfehlungen geben, es gibt jedoch einige homöopathische Mittel, die unterstützend wirken können beim Abstillen. Ich habe Phytolacca genommen. Fragt hierzu am besten eure Hebamme.

 

 

 

#4 Kühlen

Um die Milchproduktion zu reduzieren, kann es helfen, die Brust zu kühlen. Dieses geht entweder mit normalen Kühlpads, die ihr in ein Handtuch einschlagt oder auch mit Quarkwickeln. Hierzu Quark auf ein Handtuch geben und auf die Brüste legen.

#5 Weißkohl

Kein Witz, sondern meiner Erfahrung nach einer der besten Tipps: Einen Weißkohl in den Kühlschrank packen und dann jeweils ein kühles Blatt in den BH legen. Angenehm kühlend und schnell und einfach zu wechseln.

#6 Abstilltabletten

Wenn gar nichts mehr geht, zwingt diese Chemiekeule euren Körper, die Sache mit der Milch zu vergessen. Ich persönlich habe leider keine guten Erfahrungen damit gemacht und möchte sie daher nicht empfehlen.


Was hätte ich drum gegeben, den Lausebengel einfach stillen zu können und dieses ganze Drama nicht mitmachen zu müssen. Sogar das Langzeitstillen hätte ich mir vorstellen können, um ihn dann irgendwann selbst entscheiden zu lassen, wann der richtige Zeitpunkt zum Abstillen ist, denn das natürliche Abstillalter liegt zwischen 2 und 7 Jahren und sollte sanft und mit viel Zeit stattfinden. Aber es sollte leider nicht sein und somit fand ich mich zwischen Quarkwickeln und Salbeitee wieder. Leider muss ich euch ehrlich gestehen – keine der oben genannten Maßnahmen sorgte bei mir dafür, dass die Milch verschwand. Rückblickend betrachtet macht das für mich auch Sinn, denn ich wollte ja stillen und wie so vieles, ist auch die Milchproduktion in gewisser Weise Kopfsache. Mein Körper hörte also einfach nicht auf nachzuproduzieren, da ich noch überhaupt nicht mit meinem Stillwunsch abgeschlossen hatte. Doch anstatt hier einfühlsam betreut zu werden, wie ich es mir von meiner Hebamme gewünscht hätte, befand ich mich auf einmal im Besitz von Abstilltabletten. Eine ganze Woche lagen diese hier zu Hause, bis ich sie schließlich, von einer Brustentzündung mit Fieber in die Knie gezwungen, einnahm. Wir reden hier nicht von Kopfschmerztabletten, sondern einem harten Medikament, das in eurem Hormonhaushalt eingreift und dementsprechend Auswirkungen auf euren ganzen Körper und eure Psyche haben KANN. Ich musste sie nach dem ersten Einnahmezyklus sogar noch einmal für mehrere Tage nehmen, da die Milch zurückkam, aber sie wirkten und nach einiger Zeit hatte ich schließlich endgültig abgestillt. Was nach Absetzen der Tabletten folgt, war bei mir das absolute Hormonchaos. Der tiefste Tiefpunkt. Die schwärzeste Zeit meines Lebens. Wenn ich einmal den Mut finde, berichte ich euch davon. Ich kann aber daher nur von der Einnahme eines Abstillmedikaments abraten und es stattdessen lieber mit oben genannten Tipps zu versuchen und euch nach Möglichkeit viel Zeit zu geben.

Wendet euch zudem am besten vor dem Abstillen an eure Hebamme oder Stillberaterin, um die für euch richtige Vorgehensweise herauszufinden und euch fachlichen Rat einzuholen.

Nur das Beste wünscht euch

Eure Janina

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