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Übelkeit während der Schwangerschaft – muss ich da wirklich durch? 10 Tipps, die helfen.

Übelkeit im ersten Trimester der Schwangerschaft – viele Frauen kennen es und leiden unter diesem Thema. Doch muss ich da wirklich durch? Was kann ich gegen Schwangerschaftsübelkeit tun, ohne meinem Kind zu schaden? Hier findet ihr einige Tipps und Tricks, welche uns weiter geholfen haben durch diese eher unschöne Zeit.


Übelkeit in der Schwangerschaft – ein Thema, welches jede Schwangere wahrscheinlich mehr oder weniger ausgeprägt kennt. Manche werden davon komplett verschont, andere haben in den ersten Wochen mit leichter bis mittelschwerer Morgenübelkeit zu kämpfen, welche sich über den Tag ziehen kann und die ganz schwer geplagten müssen sich die gesamte Schwangerschaft mit diesem Übel herum schlagen.

Oft hört man – vor allem vom älteren Teil der Gesellschaft: Da musst du durch! Das gehört halt dazu! Beiß die Zähne zusammen, haben alle anderen ja auch geschafft. Da kann man nichts gegen machen, sei froh dass es dem Kind gut geht. Oder sogar: Je größer die Übelkeit desto intakter die Schwangerschaft. Aber ist das so? Muss man da wirklich einfach durch? Gibt es keine kleinen Mittelchen gegen diese eher unangenehme Phase der ansonsten wunderschönen Schwangerschaft? Wir sagen ganz klar: DOCH! Man kann etwas tun, zumindest gibt es Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren, die eurem ungeborenem Baby nicht schaden können. Wir haben euch hier und heute einige dieser Möglichkeiten zusammen getragen. Ein Teil davon hat uns beiden, ein anderer nur jeweils einer von uns oder auch nur Bekannten von uns geholfen. Denn auch dies ist ganz individuell, dem einen hilft es – dem anderen nicht. Scheut euch nicht, euch durchzuprobieren, einfach mal zu testen, welche der Möglichkeiten gegen Schwangerschaftsübelkeit euch vielleicht Linderung verschaffen…


1. Nausema

Nausema, ein Vitamin B Komplex, welcher uns beiden einfach super geholfen hat und deshalb hier an erster Stelle steht. Nausema steigert das Wohlbefinden in der Schwangerschaft und wird als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken verkauft. Vitamin B1, B6 und B12 tragen zur Regulierung der Hormonverträglichkeit, einer normalen Blutbildung und Funktion des Immunsystems bei, verringern Müdigkeit und stabilisieren die Funktion des Nervensystems und des Energiestoffwechsels. Sie sind glutunfrei, sowie frei von Laktose, Konservierungsmitteln, tierischen Bestandteilen, Farbe und Aromastoffen. Bis zu drei mal täglich kann man eine der Tabletten einnehmen. Uns hat es jedoch ausgereicht, morgens oder abends zum Schlafen eine Tablette am Tag zu nehmen. Anna hat sich dazu entschieden, Nausema gemeinsam mit den Schwangerschaftsvitamine abends vor dem zu Bett gehen zu nehmen, da die eher großen Vitamintabletten bei ihr morgens die Übelkeit eher provoziert haben. Nausema hat bei uns nach etwa zwei bis drei Tagen der Einnahme angeschlagen und zu deutlicher Besserung der Morgenübelkeit geführt. In ganz harten Notfällen raten Gynäkologen zu Vomex. Wir sind glücklicherweise drum herum gekommen.


2. Homöopathie

 Viele schwören drauf – andere halten sie für Humbuk. Vielleicht muss man auch einfach an Homöpathie glauben, damit sie wirklich anschlägt?!

Wir jedenfalls sind ihr nicht abgeneigt und greifen hin und wieder auf Globuli zurück. Schaden kann es ja nicht, also einfach mal ausprobieren? Aber bitte mit Beratung! Viele Büchlein sind extra auf Schwangerschaftsspezifische Zipperlein spezialisiert und bieten nicht nur Lösungen gegen die Übelkeit, sondern auch gegen viele andere Krankheiten, Schwangerschaftsbeschwerden und die Zeit im Wochenbett.


3. Akupunktur / Akkupressur

Akupunktur oder Akupressur ist für viele Frauen während der Schwangerschaft sehr hilfreich. Wir haben die geburtsvorbereitende Akupunktur ausprobiert und würden es immer wieder tun. Ob es wirklich geholfen hat? Das lässt sich wohl nicht beweisen, für uns jedoch war es ein Moment des Entspannung und des Bewusstwerdens über das was während der Geburt auf uns zukommt.

Akupunktur gegen Übelkeit haben wir beide nicht ausprobiert. Bei dieser, sowie bei der Akupressur ist es jedoch wichtig, sich nicht auf eigene Faust zu therapieren, sondern zuvor mit Arzt oder Hebamme darüber zu sprechen und auf Experten zurück zu greifen. Denn nicht alle Akupressurpunkte dürfen in der Schwangerschaft stimuliert werden.

Anna hat das Akupressurarmband gegen Übelkeit in ihrer ersten Schwangerschaft getestet. Leider hat es keine Wirkung gezeigt.


4. Tapen

Beim Tapen werden ebenfalls Akupressurpunkte stimuliert und über die Nervenleitungen ein Reiz auf Muskeln und innere Organe ausgeübt. Tapes sind farbige, elastische Bänder, welche in bestimmter Anordnung zur Schmerzlinderung auf verschiedene Regionen geklebt werden, keine Nebenwirkung haben, in viele Bereichen (auch in Physio- und Ergotherapie) eingesetzt werden und absolut schmerzfrei sind. Besonderen Erfolg verspricht das Taping gegen Schwangerschaftsübelkeit in Zusammenspiel mit Akupunktur. Es gibt hierbei noch keine ausreichend aussagekräftigen Zahlen, welche die Wirksamkeit belegen. Auch gibt es keine Hundert Prozentige Sicherheit, dass diese Therapie bei jeder Frau anschlägt. Jeder reagiert ganz individuell. Wir kennen jedoch einige Schwangere, bei welchen vorher nichts anderes geholfen – diese Methode jedoch angeschlagen hat.


5. Yoga oder Atemübungen

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, während der Schwangerschaft frühzeitig mit Atemübungen zu beginnen. So wird die Sauerstoffversorgung des ungeborenen Babys verbessert, die Atmung wird verinnerlicht, sodass es während des Geburt einfacher ist, Stressphasen zu überwinden und ruhig zu bleiben. Auch morgendliche Übelkeit lässt sich durch kontrolliertes, tiefes Atmen in den Bauch manchmal in den Griff bekommen. Frische Luft, Ruhe, ein Ort an welchem man sich wohl fühlt und etwas Zeit helfen dabei. Versucht durch die Nase ein und den Mund wieder auszuatmen. Gepaart mit Yoga oder Pilates die Optimale Vorbereitung auf die Geburt. In kurzer Zeitspanne maximale Erholung und Entspannung. Eine Kombination aus Bewegungs- und Atemtechniken, sowie Körperhaltungsübungen. Yoga vereint alles, was ihr braucht, um während der Geburt gelassen bleiben zu können. Auch während der Zeit der Übelkeit ist es von Vorteil, seinen Körper zu kennen und zu wissen, wie man seine Atmung kontrolliert einsetzen kann.


6. Ingwer – Zitronensud

Dieser Aufguss hat Anna vor allem in ihrer zweiten Schwangerschaft über die anfängliche Übelkeit hinweg geholfen. Der Rabenpapa hat ihr diesen Tee jeden Morgen in ihrem spontanen Familienurlaub gekocht, denn die Übelkeit hat (gemeinerweise) genau am ersten Tag des Urlaubs begonnen.

Auf leeren Magen getrunken, konnte sie nur kurze Zeit darauf auch wieder feste Nahrung zu sich nehmen.

Für diesen Tee müsst ihr einfach zwei Scheiben Ingwer mit dem Saft einer ausgepressten Zitrone, sowie einem Esslöffel Bienenhonig und einer Tasse Wasser aufkochen.

Ihr könnt die Zutaten anstatt sie aufzukochen auch in einen Standmixer geben und als Sirup verschlossen im Kühlschrank lagern. Dann könnt ihr nach Bedarf einfach einen Löffel davon zu euch nehmen.

Mit diesem Hausmittel stärkt ihr außerdem euer Immunsystem. Der Ingwer öffnet die Nase, reguliert die Körpertemperatur, scheidet Schadstoffe aus und wirkt schleimlösend. Der Honig wirkt antiseptisch und schützt vor Viren und Bakterien. Die Zitrone versorgt euch mit Vitaminen, wirkt reinigend und antioxidativ.


7. Gefrorene Elektrolytlösung

Ihr leidet neben der Übelkeit unter Erbrechen? Könnt nichts zu euch nehmen, habt aber das Gefühl, dass ihr den Flüssigkeits- und Salzverlust ausgleichen müsst?

Anna hat es während der ersten Schwangerschaft geholfen, an Eiswürfeln aus Elektrolyt – Glucose – Mischung zu lutschen. Die Kälte minderte die Übelkeit und das aufgelöste Elektrolytpulver half, den Salz-, Mineralstoff-, und Glucosehaushalt wieder zu stabilisieren. Löst dafür das Pulver einfach nach Packungsanleitung in Wasser auf und friert es als Eiswürfel ein.

P.S.: Für Anna war es besonders hilfreich, einige Himbeeren mit in die Eiswürfel zu geben. Die Säure und die Frische haben ebenfalls geholfen.


8. Frisches Obst und frische Düfte

Nicht nur schlechte Gerüche wie Alkohol, Zigarettenrauch, bestimmter Essensgeruch oder dergleichen haben eine Auswirkung auf die empfindliche Nase in der Schwangerschaft. Man kann sich sein sensibleres Geruchsempfinden auch zum Vorteil machen. Bei Übelkeit hilft es oftmals schon, an einer frisch aufgeschnittenen Zitrone, Mandarine, Grapefruit oder Orange zu riechen. Auch frische Minze, zwischen den Fingern verrieben wirkt sich wohltuend aus. Genauso gut könnt ihr natürlich auf für euch angenehme ätherische Öle zurück greifen

Frische Beeren helfen oft allein durch ihre Säure schon gegen die Übelkeit, genau die gleiche Wirkung hat frisch gepresster Zitrusfruchtsaft.


9. Wechselduschen

Diese Methode ist wohl nur etwas für Hartgesottene. Nichts für Weicheier – also nichts für uns 😀

Wechselduschen wirken belebend – sind aber nichts für schwache Nerven, allein der Gedanke an kaltes Wasser wirkt auf uns Warmduscher schon abschreckend.

Morgendliche Wechselduschen spornen den Kreislauf an, steigern die Immunabwehr und helfen die Körpertemperatur auszugleichen, sodass man weniger schwitzt und seltener kalte Füße bekommt. Allein dadurch, dass man sich danach erfrischt und angeregt fühlt, kann die Morgenübelkeit gemindert werden.

Ihr fangt wie gewohnt etwa zwei bis drei Minuten mit warmen Wasser an und dreht dieses dann für mindestens zehn bis fünfzehn Sekunden auf Eiskalt. Dies wiederholt ihr einige Male und beendet die Dusche mit kaltem Wasser. Hierbei gilt, umso heißer und umso kälter umso besser. Aber nur so weit ihr es ertragen könnt und auf keinen Fall so, dass ihr euch verbrennt oder unterkühlt. Wenn ihr zu Beginn Probleme damit habt, es dennoch weiter probieren möchtet, dann nähert euch Schritt für Schritt den Körperpartien. Beginnt beispielsweise damit, euch mit dem kaltem Wasser erstmal nur an Füßen und Armen abzubrausen und arbeitet euch dann bei der nächsten „Kälteperiode“ weiter vor.


10. Lebensmittel gegen Übelkeit

Hier helfen neben etwas Toast, Zwieback, Salzstangen oder Knäckebrot beispielsweise Trockenfrüchte (insbesondere Aprikosen, die füllen den Kaliumspeicher wieder auf), ein fein geriebener Apfel, eine langsam zerkaute Banane, gedünsteter Fenchel, frischer Ingwer, entweder zerkaut, als Tee aufgegossen, als Kapsel oder Bonbon eingenommen, kalte, langsam zerkaute  oder als Brei gekochte Möhre, Kürbiskerne oder Kürbissuppe, Hühnersuppe, Ginger Ale, Grüner-, Fenchel-, Kamillen- oder Pfefferminztee.

Uns hat es geholfen, nach dem Aufwachen, noch im Bett sitzend das erste Lebensmittel des Tages zu uns zu nehmen. So kommt der Kreislauf in Schwung, bevor er richtig arbeiten muss und die Übelkeit hat weniger Chance zu siegen.

Anna hat hierbei am liebsten eine Scheibe trockenen Toast, eine Tasse eiskalte Ovomaltine und ein paar Himbeeren zu sich genommen.

Janina ging es immer besser, wenn sie trockene Nudeln mit etwas Butter und Salz im Magen hatte oder kalten Joghurt.

Außerdem hat es geholfen, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen und immer einen Müsliriegel für den Notfall in der Tasche zu haben. So sackt der Blutzuckerspiegel nicht so schnell ab.


Wir hoffen, unsere Zehn Tips waren inspirierend und haben euch vielleicht Dinge aufgezeigt, welche ihr noch nicht ausprobiert habt? Vielleicht konnten wir euch sogar helfen und eure Übelkeit während der Schwangerschaft etwas eindämmen? Über Rückmeldung oder weitere Tipps für andere dankbare, werdende Mamas würden wir uns sehr freuen.

 

Eure Anna und Janina

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